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um ein paar Tage nothdürftig leben zu können. Es war eine ſchlimme Lage; doch ich verlor den Muth nicht. Der Juſtiz⸗Miniſter war mir ja gewogen,— eine Anſtellung konnte mir alſo nicht fehlen, wenn ich darum anhielt. Ich ließ mich bei ihm anmelden, aber, o weh, wie wurde ich empfangen. Der Herr Miniſter ſagte mir ein für alle Mal, daß ein ſo leichtſinniger Menſch, wie ich, nie auf eine Anſtellung im Staats⸗ dienſte rechnen könne, und verbat ſich für die Folge alle Beſuche. Es fehlte nicht viel, ſo hätte er mich durch ſeinen Bedienten auch noch aus dem Hauſe werfen laſſen. Nun, ich verzweifelte noch nicht; ich hatte ja noch andere gute Freunde, die helfen konnten, wenn ſie wollten. Aber das war's eben, ſie wollten nicht. Die Freundſchaft der lieben Leute war vergeſſen von dem Augenblicke an, wo ſie mich nicht mehr rupfen konnten. Kein Geld!— keine Freunde! Sie verläug⸗ neten mich Alle, behandelten mich geringſchätzig, und ließen mich fühlen, daß ein künftiger Verkehr mit mir eben ſo unſtatthaft als unmöglich ſei. Das war eine bittere Erfahrung, aber ich ſah ein, daß mir ganz recht geſchah. Ich hatte als ein rechter Eſel gehandelt, nun mochte ich als ein rechter Eſel die Fußtritte hinneh⸗ men. Aber was nun anfangen? Mir wurde ſchwuͤl, ich wußte nicht, wie ich mein Leben friſten ſollte!“
„Aber Menſch, dachteſt du denn nicht an mich?« unterbrach ihn Georg ungeſtüm.
„Oh, freilich dacht ich,“— fuhr Richard fort,— „aber ich ſchämte mich zu ſehr, und konnte es nicht über mich gewinnen, dir unter die Augen zu treten, nachdem alle deine Vorherſagungen ſo buchſtäblich ein⸗ getroffen waren. Nun denn, um es kurz zu machen,
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