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Das große Loos : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Sie einen andern Kutſcher gemiethet haben, und ich wünſche nur, daß ich Ihnen recht lange dienen kann, Herr Geheimerath, denn ich bin Ihnen ja ſo viel Dank ſchuldig.

Georg warf jetzt erſt einen aufmerkſamen Blick auf den Kutſcher, und erkannte in ihm den Stallburſchen, deſſen Vater er kürzlich behandelt und kurirt hatte, und in deſſen Wohnung er mit den Fürſten zuſammenge⸗ troffen war.

Ah, du biſt es, Friedrich! ſagte er.Ich ver⸗ ſtehe! Wie gütig iſt doch der Fuͤrſt! Er ſchickt dich mir, um mich daran zu erinnern, welchem glücklichen Zu⸗ falle ich mein günſtiges Geſchick zu danken habe.

Ach, Herr Geheimerath, es war wohl kein Zufall, ſprach der Burſche treuherzig.Es war wohl vielmehr recht eine Fügung Gottes, der Sie für Ihre Menſchen⸗ liebe belohnen wollte.«

Ja, du haſt recht, Friedrich, ſagte Georg gerührt. Es iſt Alles eine Gnade von Gott! Wir wollen ihm danken in tiefſter Demuth. Aber nun fahre zu, Fried⸗ rich! Alle Welt ſieht nach uns, und ich ſchäme mich faſt meines übergroßen Glückes.«

Der Wagen raſſelte davon, und Georg trat in das Haus zurück, wo ihn Frau Willig mit Freuden⸗ thränen erwartete. Nicht lange, ſo kam auch der alte Kammerdiener, um ſeine Glückwünſche darzubringen, und lächelte gutmüthig ſchlau, als er dann zu Frau Willig leiſe ſagte:

Nun, Muhme, wer hat recht behalten? Sie oder ich? Wars nun nicht beſſer, daß wir die Sachen ruhig gehen ließen, anſtatt dem Bernſtorf ein Bein zu ſtellen? Das wahrhaft Gute ſiegt ja zuletzt immer!«