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Das große Loos : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
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Einer Ihnen ſchuldet, ſo bin ich es, denn Sie haben mir das Leben gerettet. Alſo nur ganz ſtill davon! Aber was ſprachen Sie denn eben vom großen Looſe? Haben Sie in die Lotterie geſetzt und gewonnen?

Ja, mein Prinz, in die Lebenslotterie und das

große Loos gezogen! erwiederte Georg.Doch das iſt eine lange Geſchichte, mit der ich Sie nicht beläſtigen. will.« Ei, nicht doch, lieber Geheimerath? Ich höre ſehr gern lange Geſchichten! ſagte der Prinz.Erzählen Sie nur, ich bitte, das heißt, natürlich, wenn es ſich um kein Geheimniß handelt.

Georg konnte der liebenswürdigen Bitte des Prin⸗ zen nicht widerſtehen. Er erzählte von alten Zeiten, von Richard, von dem Lotterie⸗Looſe, von Richards anſehnlichem Gewinne, kurz, Alles, was wir in den

vorliegenden Blättern üͤber ſein Verhältniß mit Richard

bereits mitgetheilt haben.

Und ſehen Sie, mein Prinz, fügte er hinzu, habe ich zuletzt nicht recht behalten? Iſt mir nicht wirklich das große Loos des Lebens zu Theil geworden?

Bin ich nicht der glücklichſte Menſch auf der ganzen f

Welt? Gibt es irgend Jemanden auf der Erde, den ich zu beneiden Urſache hätte? Ach, nein, nein, nein! Mein Glück iſt zu groß, daß ich nie dankbar genug ſein kann.

Aber Sie haben es auch wirklich verdient, lieber Geheimerath, ſagte der Prinz, indem er mit Wärme Georgs Hand drückte.Gewiß, Sie haben es verdient! Von meinem Vater weiß ich, wie treu Sie ſtets Ihre Pflicht gethan haben, und da konnte natür⸗ lich ein guter Erfolg nicht ausbleiben. Aber es iſt

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