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wunderung und Erſtaunen den jungen Prinzen aus⸗ ſteigen und von Frau Willig mit tiefen Knixen bewill⸗ kommnet werden. Prinz Albert hielt ſich aber nicht lange bei der guten Frau auf, ſondern fragte nur, ob Doktor Heine zu Hauſe ſei, und ſprang dann flink die Treppe hinauf.
„Mein lieber Doktor,“ ſagte er, indem er Georg freundlich ſeine beiden Hände entgegenſtreckte,—„mein Herz treibt mich zu Ihnen! Ich muß Ihnen perſönlich für alle Sorgfalt danken, die Sie auf meine Geneſung verwendeten. Außerdem bringe ich ihnen die ſchönſten Grüße von meinem Vater, und zugleich hier auch Ihre Ernennung zum Leibarzte mit zwölfhundert Thalern Gehalt und dem Titel: Geheimerath.»Ich habe den Vater beſonders gebeten, Ihnen perſönlich dieſe Nach⸗ richt überbringen zu dürfen, und ich freue mich, daß wir Sie nun recht oft bei uns auf dem Schloſſe ſehen werden.“
Georg ſtand ganz ſtarr und erblaßt da. Etwas dieſer Art hatte er ſich nicht entfernt träumen laſſen und die Ueberraſchung machte ihn ſprachlos.
„Mein Gott,“ ſtammelte er endlich,—„ſiehe da, das große Loos! Das große Loos! Oh wie reich, du gütiger Gott im Himmel, ſegneſt du meine ſchwachen Beſtrebungen! Prinz, Sie ſehen mich außer mir vor Erſtaunen! Wo ſoll ich Worte finden, Ihnen und Ihrem Herrn Vater zu danken! Wahrlich, ich bin zu tief bewegt!“
„Beruhigen Sie ſich doch, lieber Geheimerath,“ antwortete der Prinz lächelnd.„Es iſt Ihnen ja nur zu Theil geworden, was ſie redlich verdient haben. Alſo kein Wort von Dank und Dergleichen. Wenn


