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Einer war, der in das allgemeine Lob nicht einſtimmte. Der Geheimerath neidete unſerem Georg den ſo wohl⸗ verdienten Triumph, und haßte ihn noch mehr als je.
Hatte ſich Georg aber ſchon fruͤher nicht viel um die Feindſeligkeit ſeines Collegen gekümmert, ſo jetzt nun einmal gar nicht. Sein Herz war voll Freude und voll Dankbarkeit gegen Gott, welcher gnädig ſeine Anſtrengungen geſegnet hatte; und ein anderes unedle⸗ res Gefühl, wie etwa ſtolzer Triumph über die Nieder⸗ lage ſeines Nebenbuhlers, fand keinen Zugang zu ſei⸗ nem grundwackeren Gemüthe. Das Gelingen der ſchwierigen Kur erfüllte ihn mit ſeliger Zufriedenheit, und daran ließ er ſich genügen, ohne etwas Weiteres zu verlangen oder nur zu erwarten.
Aber er ſollte überraſcht werden und das auf eine Weiſe, welche ſelbſt die kühnſten Hoffnungen feiner braven Hauswirthin überſtieg. Der Fürſt wußte ebenſo vollkommen die Verdienſte Georgs zu würdigen, als er die Unwürdigkeit des Geheimeraths erkannte. Ganz im Stillen wurde eine ſtrenge Unterſuchung gegen den Letzteren eingeleitet, und aus den zahlreich geſammelten Zeugniſſen ergab ſich in unwiderleglicher Weiſe, daß er ſchon ſeit langer Zeit auf das Schmählichſte ſeine Pflicht vernachläſſigt hatte. Der Fürſt ließ ihn zu ſich beſchei⸗ den und hatte eine geheime Unterredung mit ihm, von der indeß weiter nichts verlautete, als daß der Herr Geheimerath mit ſehr blaßem und niedergeſchlagenem Antlitz aus dem Schloſſe zurückgekehrt wäre.
Tags darauf am hellen Mittag fuhr ein ſehr ſchö⸗ ner Wagen mit zwei prächtigen Schimmeln beſpannt, an der Wohnung Georgs vor; und als Georg einen Blick durch das Fenſter warf, ſah er nicht ohne Ver⸗
Das große Loos.


