Stafetten abgehen, um drei berühmte Heilkünſtler her⸗ bei zu rufen. Sie kamen, unterſuchten den Zuſtand des jungen Patienten, hielten eine geheime Berathung mit dem fürſtlichen Leibarzte, ſtimmten ſeiner Anſicht über die Krankheit bei, billigten ſeine Behandlungs⸗ weiſe, ſtrichen ihr anſehnliches Honorar ein, fuhren wieder davon und— der Zuſtand des Peinzen blieb derſelbe.
Keine Beſſerung!
Nur die Lage des Herrn Geheimerathes hatte ſich verbeſſert: er brauchte keine Verantwortlichkeit mehr zu fürchten.
Der Fürſt trauerte, die Reſidenz trauerte, das ganze Land trauerte! Aber was that mittlerweile unſer Georg? Ihn nicht weniger, als alle übrigen Einwoh⸗ ner, betrübte und beunruhigte die Gefahr, welche wie eine drohende Wolke über dem fürſtlichen Hauſe ſchwebte, und im innerſten Herzensgrunde bedauerte er, daß er nicht an das Krankenbett gerufen wurde. Da, mitten in der Nacht kam auf einmal der alte Kammerdiener zu ihm.
„Herr Doktor, es geht ſchlecht mit dem Prinzen,“ ſagte er.„Möoöchten Sie ihn doch einmal beſuchen!«
„Herzlich gern, es iſt mein ſehnlichſter Wunſch,“ erwiederte Georg.„Aber man will mich ja nicht!«
„Ich weiß wohl, der Geheimerath will ſie nicht — aber gehen ſie gleich jetzt mit mir, und Niemand ſoll davon erfahren. Freilich, es iſt viel verlangt von Ihrer Uneigennützigkeit.“
„Thorheit, lieber Freund! Als ob ich nicht uͤber⸗ glücklich ſein würde, wenn ich den Prinzen retten


