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Das große Loos : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Heine, antwortete er ſchnell.Wenn Durchlaucht be⸗ fehlen, ſo können wir dieſen ja von Berlin kommen laſſen. Er iſt freilich ein alter, ſehr alter Mann, und ich halte ſeine Anweſenheit auch nicht gerade mehr für nothwendig, denn der Zuſtand des Prinzen beſſert ſich ja,... wenn Durchlaucht indeß meinen ſo....« Iſt ernſtliche Gefahr vorhanden?« fragte der Fürſt!

Nein, nicht mehr, jetzt,« erwiederte der Geheime⸗ rath.Ich halte die Gefahr für beſeitigt.

So wollen wir noch warten, entſchied der Fürſt.

Bei der geringſten Verſchlimmerung aber benach⸗ richtigen Sie mich auf der Stelle.

Der Geheimerath rieb ſich innerlich vergnügt die Hände, denn der drohende Sturm war glücklich abge⸗ ſchlagen, und der verhaßte Doktor Heine durfte das Schloß nicht betreten.

Ob der Geheimerath ſich über den Zuſtand des Prinzen täuſchte, ob er wirklich keine Gefahr vorhanden glaubte, wer vermöchte das zu entſcheiden. That⸗ ſache aber war, daß der Prinz trotz ſeiner Verſicherun⸗ gen ſich nicht beſſerte, ſondern von Tage zu Tage mehr in einen Zuſtand von Erſchöpfung und Schwäche ver⸗ ſank, welcher endlich das Schlimmſte befürchten ließ.

Nun wurde dem Herrn Geheimerathe doch etwas ſchwül zu Sinne, denn ſeine Verantwortlichkeit war groß, und er hätte ſie, wie die Sachen jetzt ſtanden, gerne mit einem Andern, nur mit Georg nicht, ge⸗ theilt. Nothgedrungen mußte er dem Fürſten eröffnen, daß die Zuziehung eines andern Arztes doch wohl rath⸗ ſam und wünſchenswerth ſein möchte; und der er⸗ ſchrockene Vater ließ auf der Stelle wieder mehrere