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Das große Loos : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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die Geſchichte bald wieder in Vergeſſenheit kam. Jetzt haben wir nun die Cholera⸗ Angelegenheit. Nehmen wir an, ich hätte meinem gnädigſten Herrn reinen Wein eingeſchenkt, ſo wäre Folgendes geſchehen: Durch⸗ laucht hätte den Geheimerath kommen laſſen und ihm ſchlankweg ſein Betragen vorgehalten. Der Geheime⸗ rath wäre ſicherlich darauf vorbereitet geweſen, und hätte ſich vertheidigt. Wer konnte ihm dann beweiſen, daß er nicht krank geweſen ſei, wie er vorgegeben? Sie nicht, Frau Muhme, ich nicht, und überhaupt kein Menſch, als unſer Doktor Heine. Der würde ſich aber ſchön gehütet haben, gegen ſeinen Collegen auszuſagen, denn dazu iſt er viel zu gutherzig und brav, und im Grunde genommen, wär's auch noch ſehr die Frage geweſen, wie der Fürſt ſeine Beſchuldigung geſetzt er hätte ſie ausgeſprochen aufgenommen haben würde. Vielleicht nicht zu Gunſten unſeres Doktors. Und dann? Auf Bedienten⸗Geſchwätz und das Gerede der Leute ſo im Allgemeinen gibt der Fürſt nichts, was wäre alſo der Schluß von Allem ge⸗ weſen? Das ganze Wetter hätte ſich auf mein eigenes Haupt entladen, und ich wäre in eine ſaubere Patſche gekommen! Nein, nein, Frau Muhme! Ich gönne un⸗ ſerem lieben Doktor alles Gute, aber auf ſolche Weiſe würden wir's ihm nicht verſchaffen, ſondern könnten ihm höchſtens Schaden zufügen. Laſſen ſie die Sachen nur ganz ruhig gehen. Es wird ſchon einmal eine Gelegenheit kommen, wo der Fürſt mit eigenen Augen ſieht, und dann iſt es ein ganz anderer Fall. Bis dahin Geduld! Was fehlt denn auch unſerem Dok⸗ tor? Es geht ihm gut, und er wünſcht ſich ſelber nichts Beſſeres.