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Das große Loos : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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das iſt paſſirt während unſerer Abweſenheit in Italien, Ihr Geheimerath hat das Haſen⸗Panier vor der Cho⸗ lera ergriffen und ſich aus Angſt in ein Mauſeloch ge⸗ flüchtet. Seine eigene Frau und ſeine leibliche Tochter hätten ſterben und verderben können, wenn nicht unſer braver Dokter Heine geweſen wäre! Er verdient nichts Beſſeres, als daß man ihm augenblicklich ſeinen Ab⸗ ſchied gibt! Wenn ich ſo geſprochen hätte, Frau Muhme, nun, was meinen Sie, was denn geſchehen wäre?«

Was geſchehen wäre? der Geheimerath hätte ſei⸗ nen Abſchied bekommen, natürlich.

Das dacht' ich mir, daß Sie ſo antworten wür⸗ den, Frau Muhme! Aber ich will Ihnen nur ausein⸗ ander ſetzen, daß Alles ganz anders gekommen wäre. Ich kenne meinen gnädigſten Herrn ſeit mehr als vier⸗ zig Jahren! Er iſt der beſte, bravſte Herr in der gan⸗ zen Chriſtenheit. Wer einmal ſein Vertrauen gewonnen hat, dem verbleibt es, wenn nicht die allerdeutlichſten und klarſten Beweiſe von Schuld vorliegen. So iſt es auch mit dem Geheimerath. Sie wiſſen wohl, Frau Muhme, als er herkam, war er nicht nur ein geſchick⸗ ter Arzt, ſondern auch ein rühriger, thätiger Mann. Das gewann ihm das Vertrauen des Herrn, und er machte ihn zu ſeinem Leibarzte. Seitdem ſind viele Jahre vergangen, und der Geheimerath hat ſich wohl vorgeſehen, die Gunſt ſeiner Durchlaucht nicht zu ver⸗ ſcherzen. Nur ein einziges Mal ertappte ihn der Fürſt auf dem falſchen Wege, nämlich damals, als er unſe⸗ rem Doktor Heine eine Falle ſtellen wollte. Es gab zu jener Zeit einen kleinen Auftritt, aber der Geheime⸗ rath wußte ſich, klug wie er iſt, heraus zu reden und ſeiner Falſchheit ein Mäntelchen umzuhängen; ſo daß