Sechstes Kapitel. Uothwendige Folgen einfacher Urſachen.
Gott legt den Menſchen Prüfungen auf, aber er läßt auch die Tage der Prüfung vorübergehen, und ſegnet Jeden, der ſie getreu beſtanden hat. Und ſo geſchah es auch unſerem Georg. Mit den heißen Ta⸗ gen des Auguſt verſchwanden die letzten Spuren der bösartigen Krankheit, und die kühle erfriſchende Luft des September beſeitigte vollends jede Beſorgniß vor Gefahr, und brachte den erfreulichſten Geſundheitszu⸗ ſtand mit ſich. Georg konnte auf ſeinen Lorbeeren aus⸗ ruhen, und ſo genoß er denn auch mit ſüßer Befriedi⸗ gung die Ruhe, die Gott ihm zu Theil werden ließ, und die er nach den letzten ſchweren Wochen ſo drin⸗ gend bedurfte. Aber er hatte durch die ſchwere Prü⸗ fung, welche er ſo wacker beſtanden, noch mehr gewon⸗ nen, als das angenehme und wonnige Gefühl, welches immer die Folge redlicher Pflichterfüllung iſt, nämlich das allgemeine Vertrauen, und die unbeſchränkte Ach⸗ tung ſeiner Mitbürger, in Folge deren ſeine Praxis ſich auf die erfreulichſte Weiſe vermehrte.
Das feige und klägliche Benehmen des Geheime⸗ raths Bernſtorf während der Tage der Gefahr war keineswegs unbemerkt geblieben, und was Georg in der öffentlichen Meinung gewonnen, das haute Fener für immer verloren. Georg ſprach nie davon, wie er den Geheimerath gefunden hatte, als er zu der erkrank⸗
ten Familie deſſelben gerufen worden war; gleichwohl 8 6
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