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Das große Loos : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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verließ, in Peinen Studierzimmer auf. In der That, da ſaß der Geheimerath, zwei geleerte und eine noch halb volle Flaſche Rothwein auf dem Tiſche vor ſich, und blickte Georg kläglich an..

Iſt Alles vorbei?« fragte er,jede Gefahr vor⸗ über? Sprechen Sie lieber College.

Ja, die Kranken ſind gerettet, erwiederte Georg. Aber es wäre mir lieb geweſen, wenn Sie ſich per⸗ ſönlich davon überzeugt hätten, Herr Geheimerath!

Aber wie kann ich denn? entgegnete der Feigling. Sie müſſen mir doch anſehen, daß ich ſelber krank bin! Fühlen ſie nur meinen Puls! Hundert und zwan⸗ zig Schläge in der Minute! Es iſt entſetzlich.

Ja, ich gebe Ihnen recht, es iſt entſetzlich, Sie ſo daſitzen zu ſehen, während ihre Gattin und Tochter mit dem Tode ringen,« antwortete Georg verächtlich! Ich wünſche gute Beſſerung, Herr Geheimerath!

Mit dieſen Worten verließ er das Zimmer wieder, ſah noch einmal nach den Kranken, überzeugte ſich, daß Alles gut ging, gab den Wärtern noch einige Wei⸗ ſungen, und ging nun endlich nach ſeiner Wohnung, um die wohlverdiente Ruhe zu genießen. Er ſchlum⸗ merte ſchon ſüß und feſt, während der Herr Geheime⸗ rath noch immer bei ſeinen Weinflaſchen ſaß, und vor lauter Angſt und Zittern die ganze Nacht kein Auge ſchließen konnte.

Leſer, weſſen Lebensloos ſcheint dir das Beſſere: Das des armen, aber pflichtgetreuen Doktors, oder das des reichen, aber pflichtvergeſſenen Geheimeraths?