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Das große Loos : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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kannte die Anhänglichkeit und Liebe der armen Leute zu ihm und ſuchte ſie in ihren Hütten auf.

Kinder, ich bedarf Eures Beiſtandes, ſagte er und ſiehe da, was die Zuſage großer Belohnungen nicht vermocht hatte, das vermochte die einfache Bitte des allgemein verehrten, guten Doktors. Bald fehlte es nicht mehr, an wackeren Leuten im Lazarethe, die bereit waren, hülfreiche Hand zu leiſten. Anfänglich freilich thaten ſie es nur in Furcht und Aengſten, aber das gute Beiſpiel Georgs floͤßte ihnen bald Muth und Zuverſicht ein. Georg dachte an keine Gefahr und fürchtete auch keine. Nur ſeine Pflicht hatte er vor Augen, und übte ſie ſo treu, ſo unverdroſſen und ſo gelaſſenen Muthes, daß Alle ihn bewunderten und ihm nachzueifern ſtrebten.

Vertrauet auf Gott, und fürchtet nichts,« ſprach er zu den Krankenwärtern.»Wer ſeine Schuldigkeit thut, der wird von einer höheren Hand beſchützt! Ihr ſeht ja, daß mir die Cholera nichts anhaben kann. Alſo nur Muth und Furchtloſigkeit, und die Gefahr wird auch vor Euch zurüͤckweichen.

In der That war es, als ob eine höhere Hand die wackeren Leute beſchirmte, denn keiner von ihnen wurde von der ſchrecklichen Seuche ergriffen, obgleich ſie Tag und Nacht mit den Kranken in unmittelbarer Berüh⸗ rung waren, und dies trug natürlich nicht wenig dazu bei, ihren Muth zu erhöhen und ihnen eine unerſchüt⸗ terliche Standhaftigkeit einzuflößen.

So war dem fuͤhlbaren Mangel an Krankenwärtern nun abgeholfen, aber ein anderer Mangel machte ſich ſehr ſchnell noch eindringlicher bemerkbar. Es fehlte auch an Aerzten.