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Mienen. Die Augſt ſteigerte ſich noch, als man erfuhr, daß noch vor Ablauf des Tages einige weitere Erkran⸗ kungen erfolgt ſeien, und die Furcht trug das Ihrige dazu bei, das Uebel noch weiter zu verbreiten.
Jetzt zeigte ſich nun, wie weiſe man gehandelt hatte, als man bei rechter Zeit große geſunde Räume zu La⸗ zarethen eingerichtet. Faſt alle Kranken, namentlich aus der ärmeren Klaſſe, wurden hineingeſchafft, und fanden an Georg den beſten Arzt und aufopferndſten Freund. Die Tage und Nächte von Berlin wiederhol⸗ ten ſich hier. Georg war überall zur Hand, und ſchal⸗ tete als ein wahrhaft rettender Engel von früh bis ſpät, nicht ſelten auch die ganzen Nächte hindurch bis zum hellen Morgen. Er ſchien weder Ermüdung noch Er⸗ ſchöpfung zu kennen. Dann und wann ein Stündchen Schlaf genügte, um ihn für weitere ſchwere Tage zu kräftigen, und es war faſt ein Wunder zu nennen, daß er der faſt unaufhörlichen Anſtrengung nicht erlag.
Leider ſtellte ſich aber bald heraus, daß die Zahl der angenommenen Krankenwärter nicht ausreichte, über⸗ all die nothwendige Pflege zu leiſten; denn die Krank⸗ heit griff mehr und mehr um ſich, und immer neue Opfer derſelben wurden in das Lazareth gebracht. Man ließ bekannt machen, daß noch andere Wärter geſucht würden, und bot anſehnliche Belohnung Allen, welche ſich zu dieſem Dienſte bereit zeigen würden. Die An⸗ zeige wurde an alle Straßenecken angeſchlagen, hatte aber nicht den geringſten Erfolg. Selbſt die Aermſten ſcheuten ſich, das Lazareth zu betreten, und wollten lieber darben, als ihr Leben in Gefahr bringen. 8
Da wußte wiederum Niemand Rath als Georg. Er


