bensberufes. Finde ich einen Wirkungskreis, der da⸗
zu mir Gelegenheit bietet, nun denn, Richard, ſo habe
ich in meiner Art das große Loos gewonnen und werde mich glücklicher ſchätzen, als ich dich zu ſchätzen ver⸗ mag wegen deines Geldgewinnes.“ „Aber was würdeſt du thun, wenn du in meiner Stellé wäreſt?“ fragte Richard.„Antworte ganz ehr⸗ lich und aufrichtig, Georg!“
„So ehrlich und aufrichtig, wie ich dir jederzeit antworten werde,“ entgegnete Georg ernſt.„Ich würde an deiner Stelle an die polniſche Gränze gehen, Ak⸗ tuar werden, arbeiten und durch treue Erfuͤllung mei⸗
ner Pflichten mir das einzig wahre und ächte große
Loos des Lebens gewinnen, nämlich das Bewußt⸗ ſein, nach beſter Kraft pflichtgetreu gelebt und gewirkt zu haben. Alles Andere außer dieſem iſt nur Schaum und Dunſt!“
Richard wurde nachdenklich, denn die warmen und herzlichen Worte ſeines Freundes hatten ihren Eindruck auf ſein im Grunde gutes und wackeres Gemüth kei⸗ neswegs verfehlt.
„Georg,“ ſagte er dann plötzlich und reichte dem Freunde die Hand—„ich glaube wirklich du haſt recht, und das große Loos in deinem Sinne iſt wirklich mehr werth, als das große Loos der Geld⸗Lotterie. Nun denn, ich werde thun, was du an meiner Stelle thun würdeſt. Aher, Georg, ich werde es erſt in einem Jahre thun. Ein Jahr hindurch will ich mich der Genüſſe erfreuen, welche das Leben bietet, wenn man jung und geſund iſt, und Geld im Ueberfluß beſttzt. Dann, wenn ich das eine große Loos genoſſen habe, will ich in die Lebens⸗Lotterie einſetzen, und auch


