19
über den komiſchen Schrecken, den du dem alten Juden einjagteſt, als du wie ein Tiger auf ihn losfuhreſt! Du lieber Gott, der arme alte Kerl hatte ja gar nichts verbrochen, als mich, nun ja, ich will's nur geſtehen, — zu einer Dummheit verleitet! Aber was thut's, Georg? Ich bin nun um ein paar Thaler ärmer, aber dagegen um eine Hoffnuug reicher!“
„Eine Hoffnung, die zu hegen der pure Unſinn iſt, wie du nicht läugnen kannſt!“
„Wohlan, laß ſie Unſinn ſein!« erwiederte Richard wohlgelaunt. Jedenfalls habe ich ſie nun einmal und werde die nächſte Nacht gewiß von weiter nichts, als vom großen Looſe, von den Schätzen Golkonda's, von Tonnen Goldes und von Kutſcher und Bedienten träu⸗ men! Sieh nicht ſo finſter, Georg! Schelte und zanke mich aus, aber nachher ſei auch wieder gut! Lieber Gott, wer macht nicht ein Mal einen dummen Streich in ſeinem Leben! Und Alles in Allem genommen, er iſt nun einmal ſchon gemacht! Alſo nicht böſe mehr, alter Junge!“
Richard bat ſo treuherzig und gutmüthig, daß Georg unmöglich länger grollen konnte, ſondern in die darge⸗ botene Hand einſchlug.
„Wenn ich nur hoffen könnte, daß es dein letzter wäre!« ſagte er mit einem leiſen Seufzer.»Aber wahrhaftig, Richard, du biſt zu leichtſinnig. Willſt du denn gar nicht einmal vernuͤnftig werden?“
„Ja, Georg, von morgen an,“ erwiederte Richard luſtig.»Und wenn ich das große Loos gewinne...“
...„Still, ſtill, laß mich nicht ſolchen Unſinn hoͤren!« fiel Georg ſchnell ein.„Ich mag nichts der
2*


