Druckschrift 
Das große Loos : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Das Geſchäft wird uns nicht lange aufhalten, fürchte ich.«

Beide ſchüttelten ihre Reichthuͤmer auf den Tiſch aus ach! es war nur ein kleines Häufchen Silber und Banknoten, zählten, rechneten und gelang⸗ ten zuletzt zu dem Ergebniſſe, daß ſie allerdings nur noch etwa auf höchſtens vierzehn Tage zu leben hätten.

Das iſt ſchlimm, ſagte Georg mit trübumflorten

Blicken.

Warum ſchlimm?« ſprach dagegen Richard mit dem allerſorgloſeſten Lächeln,ich habe ja noch meine gol⸗ dene Uhr, die unter Brüdern gut und gerne vierzig Thaler werth iſt, und du haſt ja noch außerdem dei⸗ nen Vetter, den braven Handſchuhmacher in Königs⸗ berg, der uns ſchon manchmal mit freundlichen kleinen Zuſendungen erfreut hat. Auf dieſe beiden Stützen laß uns bauen!«

Ich habe ſchon darauf gebauet, erwiederte Georg kleinlaut.Du weißt ja doch, ich ſchrieb dem Vetter und bat ihn um ein Darlehen von etlichen hundert Thalern.

»Nun denn, was mehr?« lächelte Richard.Er wird ſie ſchicken und wir werden in Herrlichkeit und Freuden leben!«

Aber ich bitte dich, ſagte Georg,ſei doch nur einen Augenblick einmal ernſthaft. Das Geld, vor⸗ ausgeſetzt nämlich, der Vetter bewilligt meine Bitte, ſoll doch dazu verwendet werden, unſeren Eintritt in die Welt anzubahnen. Wenn ich nach meinem zukünf⸗ tigen Wirkungskreiſe abgehe, kann ich doch nicht mit ganz leeren Händen dort ankommen!«

Das iſt freilich ſehr richtig, erwiederte Richard.