„Aber iſt es denn auch immer noch dein feſter Ent⸗ ſchluß, jene kleine Reſidenz zu deinem Wohnorte zu nehmen?«
Mein feſter Entſchluß! Es iſt freilich keine große Stadt, aber es ſind auch nur ein oder zwei Aerzte dort, und das läßt mich hoffen, daß noch ein dritter ebenfalls ſein beſcheidenes Daſein friſten werde. In einem kleinen Orte wird man immer ſchneller bekannt, als in einem größeren, und mit ein wenig Glück und gewiſſenhaftem Eifer kommt man, hoffe ich, allmählig vorwärts.“
„Ich in deiner Stelle würde hier bleiben, Georg. Es iſt doch ein anderes Leben in einer großen Haupt⸗ ſtadt, als in einem ſolchen kleinen Neſte, wo man von aller Welt abgeſchieden und wie geſtorben und begraben iſt. Denke nur, kein Theater, keine Bälle, keine Ge⸗ ſellſchaften, keine Abwechſelung und Zerſtreuung— huh!— mich überläuft es eiskalt, wenn ich nur daran denke!«
„Ich für meinen Theil bin der Anſicht, daß Ver⸗
gnügungen und Zerſtreuungen nur eine ſehr unterge⸗ ordnete Berückſichtigung verdienen, wenn es ſich um
den Ernſt des Lebens handelt,“ ſagte Georg.„Wer ſeine Pflicht erfüllt und rechtſchaffen ſeinem Berufe ob⸗ liegt, wird ſich immer die Zufriedenheit des Gemüths bewahren können, welche die erſte Bedingung alles Lebensglückes iſt. Außerdem kennſt du mich ja, und weißt, daß ich ohnehin nie in meinem Leben ſehr ver⸗ gnügungsſüchtig war.“—
„Ja du,— aber ich, Georg!« erwiederte Richard ein wenig kleinlaut.„Du haſt in dieſer Beziehung ein glückliches Temperament. Aber ich, eben ich! Wenn


