ſein Freund das ſchwierige Staatseramen, und hofft auf irgend eine Anſtellung im Staatsdienſte, welche ihm ſein tägliches Brod gewähren ſoll. Beide wie ſie da ſaßen waren Freunde von Jugend auf, hatten zu⸗ ſammen die Univerſität beſucht und hingen mit der herz⸗ lichſten Zärtlichkeit Einer am Andern. Beider Eltern, wackere Bürgersleute in der Provinz, hatten vor meh⸗ reren Jahren bereits das Zeitliche geſegnet und ihnen an irdiſchen Gütern eben nur ſo viel hinterlaſſen, daß ſte, nicht ohne manche Einſchränkung und Entbehrung, ihre Studien hatten beenden können. Nicht nur ihre Freundſchaft, ſondern auch Gründe der Sparſamkeit ga⸗ ben ihnen Veranlaſſung, daß ſie ſeit einigen Monaten ein Quartier in der Vorſtadt gemeinſchaftlich bewohnten, aus deren ſchwindelnden Höhe ſie die weiteſte Ausſicht auf die Umgebungen der großen Haupt⸗ und Reſidenz⸗ ſtadt Berlin genoſſen, und zugleich die erſten Morgen⸗ grüße der Sonne empfingen. Ihre Mittel waren in dem Augenblicke, wo wir ihnen zuerſt begegnen, ſo ziemlich erſchöpft, und es fehlte ihnen daher nicht an Veranlaſſung, mit einiger Sorge an die nächſte Zukunft zu denken. Aber ſie waren jung, muthig, und voll Zuverſicht, daß die mit redlichem Fleiße erworbenen Kenntniſſe ihnen ihren Lebensweg ſchon bahnen wür⸗ den, wenn die rechte Zeit nur erſt gekommen ſei. Nur freilich durfte dieſe Zeit nicht mehr allzu ferne liegen, wie Georg bemerkte, als er nach eingenommenem Früh⸗ ſenn das gebrauchte Kaffeegeſchirr wieder bei Seite ellte. „Haſt du wohl daran gedacht, Richard,“ ſagte er,
„daß heute der erſte Mai iſts«s „Ei, wenn es der erſte iſt, ſo fängt der Mai hüt


