Heraus! oder der Kaffee geht dir verloren! Und er iſt ſo vortrefflich heute! Wie er duftet! Du mußt es ja ſelbſt in der Kammer riechen! Alſo heraus aus den Federn, Marſch, oder ich erliege der Verſuchung und trinke deinen Antheil mit!« 3
Die Drohung ſchien Eindruck zu machen. Wieder raſchelten Kleider, wieder plätſcherte Waſſer im Waſch⸗ becken, und ein zweiter junger, hübſcher Mann in Schlafrock und Hausſchuhen trat aus der Kammer und nickte dem Erſten lächelnd zu.
»Guten Morgen, Georg!“ ſagte er;„der Kaffee wirklich ſchon fertig? Das iſt vortrefflich! Ich hätte den Zeitpunkt des Aufſtehens nicht beſſer wählen kön⸗ nen. Und jetzt laß uns trinken! Mich gelüſtet nach deinem ſchwarzen Nektar!“
Sie ſetzten ſich auf das Sopha, fuͤllten die Taſſen und ſchlürften behaglich das Geſchenk des fernen Ara⸗ biens. Die Sonne ſah ihnen freundlich zu, und wäh⸗ rend ſie ſich die beiden jungen Leute betrachtet, können wir nebenbei erzählen, was wir über dieſelben in Er⸗ fahrung gebracht haben.
Der Eine von ihnen, der mit den vollen braunen Locken, dem klaren blauen Auge und dem gewinnenden Lächeln um die friſchen Lippen, heißt Georg, und iſt ein Arzt, der vor wenigen Tagen ſein Staatsexamen rühmlichſt beſtanden und in Folge deſſen die Befugniß erlangt hat, ſich irgendwo einen Wirkungskreis zu ſu⸗ chen und ſich durch die zu erlangende Praris ſeinen Lebensunterhalt zu erwerben. Der Zweite, der Lange⸗ ſchläfer nämlich, ein blühender junger Mann mit ſchwar⸗
zem Haar und ſchwarzen Augen iſt Juriſt, hat die
Referendariats⸗Prüfung ebenſo glücklich überſtanden, wie
——


