offene Thür in eine Kammer, als ob ſie da noch etwas ganz Beſonderes zu ſuchen hätte.
Und richtig, kaum hatte ſie den Weg hineingefun⸗ den, ſo wurde es in der Kammer auch lebendig.
„Sie iſt da! Die liebe Sonne iſt da, Richard!“
rief eine helle jugendliche Stimme.„Es iſt wahrlich Zeit, daß wir aufſtehen!« Eine andere Stimme brummte etwas darauf zur Erwiederung, was man aber nicht recht verſtehen konnte. Dann hörte man das Raſcheln übergeworfener Klei⸗ dungsſtuͤcke, das Plätſchern des Waſſers im Waſch⸗ becken, und endlich, nach zehn Minuten etwa, trat ein hübſcher junger Mann in Schlafrock und Hausſchuhen aus der Kammer, nickte mit hellen Augen der lieben Sonne einen freundlichen Morgengruß zu, und ging dann geſchäftig an's Werk, mit Hülfe der Kaffee⸗Ma⸗ ſchine den gewöhnlichen Frühtrunk zu brauen. Die blaue Spiritus⸗Flamme flackerte und ſummte luſtig, ebenſo luſtig ſang und ſummte das Waſſer im Blech⸗ keſſel, und gleich nachher erfüllte ein kräftiger Kaffee⸗ geruch die ganze Stube.
„He Richard,“ rief die erſte Stimme wieder,—„der Kaffee iſt im Nu fertig! Wenn du jetzt nicht aufſtehſt, ſo trink' ich ihn allein! Pfui über dich Langeſchläfer! Du mußt dich ja vor unſerer alten Freundin Sonne ſchaͤmen, die ſich nun wenigſtens ſchon eine gute Stunde vergebens nach dir umſieht!«
„Nur noch ein kleines Weilchen,« antwortete die andere Stimme, die vorhin nur gebrummt hatte, aus der Kammer.„Es iſt noch ſo behaglich im Bette, Georg.«.
„Nicht eine Sekunde länger, du arger Faulpelz!
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