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Die Lebensversicherung : Eine ernste Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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die Wolken auf ſeiner Stirne verſchwanden wie durch einen Zauberſchlag, er ſtieß einen Schrei höchſten Ent⸗ zuͤckens aus, und im nächſten Augenblicke hatte er ſeine Frau feſt in die Arme geſchloſſen, und küßte ſte mit innigſter überſtrömender Liebe.

Anna! Weib! Engel! rief er aus.In welcher geſegneten Stunde biſt du auf dieſen Gedanken gekom⸗ men?

Nun, laß mich nur erſt los, lieber Mann, er⸗ wiederte ſie lächelnd,und du ſollſt Alles erfahren. Hier ſetze dich zu mir auf das Sopha, und höre. Die Stunde, in welcher ich auf den Gedanken kam, war ge⸗ nau dieſelbe Stunde, in welcher du mir befahleſt, den Agenten Kluge mit der ſchon ausgefertigten Police der GeſellſchaftIduna zuruͤck zu weiſen, weil du ſie nicht einlöſen wollteſt. Ich vernahm deinen Auftrag mit bitterſtem Schmerz, vermochte aber leider deinen Ent⸗ ſchluß nicht zu ändern. Als du fortgingeſt und mich allein gelaſſen hatteſt, verſank ich in ein Meer von trüben Gedanken, aber gerade da war es, als ob eine Stimme von oben mir zurief:Thue du, was er un⸗ terlaſſen will! Liebſter Mann, wie ein Blitz zundete dieſes Wort in meinen Herzen. Ich hatte zwar kein Geld, um die Police von dem Agenten Kluge einzulö⸗ ſen, aber ich beſaß noch einige werthvolle Schmuckſachen von meiner ſeligen Großmutter her. Mein Entſchluß war ſogleich gefaßt. Ich eilte zum Juwelier, verkaufte das alte Geſchmeide, und löſte dann doppelt ſo viel Geld daraus, als ich zur Bezahlung der Police bedurfte. Daß ich es augenblicklich zu dieſem Zwecke verwendete, brauche ich wohl kaum noch zu erwähnen. Der gute Kluge lobte mich über die Maßen wegen meines glüͤck⸗