Druckschrift 
Die Lebensversicherung : Eine ernste Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

90

lichen Einfalles, und verſprach mir, dir gegenüber von Allem zu ſchweigen und überhaupt nichts von unſerer geheimen Verhandlung laut werden zu laſſen. Ich glaubte nämlich, ihm dies Verſprechen abnehmen zu müſſen, weil ich doch nicht wiſſen konnte, ob du meine Handlungsweiſe auch billigen würdeſt. Indeß ich hoffte es, und ſiehe da, die Hoffnung iſt glücklich in Erfüllung gegangen. Hier iſt die Police und die Quittung über das eingezahlte Geld! Sei nun wieder glücklich und quäle dich nicht länger mit unnöthigen Gewiſſensbiſſen.

»Aber, ſagte der Canzleirath tief gerührt und er⸗ griffen,wenn ich nun nicht auf beſſere Geſinnungen gekommen wäre? Was denn?«

So hätte ich,« verſetzte Frau Anna,jeden Pfennig geſpart, mir jede Entbehrung auferlegt, und allerwege geſchafft und gearbeitet, um den jährlichen Beitrag auf⸗ zubringen. Und ich weiß, Gott würde mir beigeſtanden haben, denn was ich gethan hätte, ich hätte es nicht aus Eigennutz, ſondern zum Beſten meines Kindes ge⸗ than.

Eine Freudenthräne perlte an der Wimper des Canzleirathes.

Ich danke dir, danke dir von Grund der Seele, ſagte er bewegt, und ſchloß ſeine Frau liebevoll in die Arme.Du haſt mir den Frieden meines Herzens und die Ruhe meines Gewiſſens wiedergegeben. Dank, Dank dir von Herzensgrunde. Mit dem weiſen Sa⸗ lamo muß ich ausrufen und rufe es freudig: Wem ein tugendſames Weib beſcheert iſt, die iſt viel edler, denn die köſtlichen Perlenl⸗