nichts nuͤtzen würden, wenn heute oder morgen der 4 Himmel über ſein Leben verfügte.
Er blieb den ganzen Abend ſtill und träumeriſch; ſtill und träumeriſch ging er nach Hauſe; ſtill und träu⸗ meriſch ſuchte er ſein Lager auf, ohne daß er es über's Herz hatte bringen können, ſeiner Frau von Meyerheim's 8 Unglück und Selbſtvorwürfen nur eine Sylbe zu ſagen. Auch ihn ſchlug das Gewiſſen, und er ſcheute ſich, es einen Andern, wäre es auch ſeine Frau, merken zu laſſen.
Sechstes Kapitel. Zu ſpät.
Am nächſten Morgen ſah Rath Heimberger, als er mit der Gattin am Frühſtücktiſche ſaß, wieder ein⸗ mal ſo heiter aus, wie in früherer beſſerer Zeit. Man ſah ihm an, daß er einen Entſchluß gefaßt hatte, und dieſer Entſchluß mußte ein guter ſein, da er ihn fröh⸗ lich machte, und die Wolke des Trübſinn's von ſeiner Seele verbannte. Doch ſagte er nichts davon zu ſeiner Frau, ſondern beeilte ſich mehr als gewöhnlich, ſein Fruhſtuck einzunehmen, und kleidete ſich dann raſch an, um, wie er gegen ſeine Frau äußerte, vor dem Be⸗ ſuche ſeines Bureau's noch einen Geſchäftsweg abzu⸗ machen. Mit ſchnellen, elaſtiſchen Schritten eilte er durch die Straßen, und hielt ſich nirgends auf, bis er vor einem ſchönen Hauſe ſtand, an deſſen Vorderſeite ein großer Schild aushing, mit der in Gold ausge⸗


