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„Sie ſind nicht allein unglücklich gemacht durch den Bankrott Meyerheim's,« fuhr der Doctor fort. „Noch manche andere Familien, die dem reichen Ban⸗ quier ihr Geld anvertraut, kommen durch ihn zu, zum Theil bedeutenden, Verluſten. Ich weiß, auch Sie, lie⸗ ber Canzleirath, gehören zu dieſen Leuten.“
„Oh, das iſt von keiner großen Wichtigkeit,“« ver⸗ ſetzte Heimberger ſchnell.„Nur einige kleine Erſpar⸗ niſſe, die man ohne großen Kummer verſchmerzen kann, heſonders im Hinblick auf ein ſo niederſchmetterndes
Unglück, wie es Meyerheim betroffen. Aber woher wiſſen Sie.. 2«
„Aus Meyerheim's eigenem Munde,“ erwiederte der Doctor.„In einem ſeiner Ausbrüche wildeſter Verzweiflung klagte er ſich an, daß er Sie früher ein⸗ mal durch ſeine Vorſpiegelungen abgehalten habe, einer Lebensverſicherungs⸗Geſellſchaft beizutreten, und Sie da⸗ gegen bewogen habe, Ihre Erſparniſſe in ſeinem Ge⸗ ſchäft anzulegen. Dieſe Angelegenheit ſchien ſehr ſchwer auf ſeinem Gewiſſen zu laſten. Er verwünſchte ſich ſelbſt, ſeinen Hochmuth, ſeinen Stolz, ſein Pochen auf Geld, was auch ihn ſelber verhindert hätte, ſein Leben zum Beſten ſeiner Hinterbliebenen zu verſichern.„Da haben wir's nun!“ ſchrie er keuchend und mit gerungenen Händen, während der Angſtſchweiß in ſchweren Tropfen von ſeiner Stirne rollte,—„mein armes Weib, mein einziges Kind in die unbarmherzige Welt hinaus geſto⸗ ßen! Und ich Rabenvater hätte es ſo leicht verhüten können! Ein Scherflein von meinem früheren Ueberfluſſe hätte hingereicht, ſte vor dem Aeußerſten zu ſchützen, ihnen wenigſtens eine ſichere Exiſtenz zu gewähren, ſie vom Mitleid der Menſchen unabhängig zu machen!


