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Die Lebensversicherung : Eine ernste Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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er aber ein Gerücht, das ihn plötzlich aus ſeiner bisheri⸗ gen Theilnahmloſigkeit aufſchreckte und ihn nicht wenig betroffen machte. Er kam eines Abends in dieHar⸗ monie, und vernahm da mit nicht geringem Erſtaunen, daß in Folge des Sturzes anderer Häuſer auch der Banquier Meyerheim bankrott geworden ſei, und ſich dieſes Unglück ſo ſehr zu Herzen genommen habe, daß er, vom Schlage gerührt, todtkrank zu Hauſe läge.

Unmöglich! rief der Canzleirath aus,ich war doch erſt geſtern bei ihm, um ihm einige kleine Erſparniſſe anzuvertrauen, und er war ganz heiter und lebensfroh! Unmöglich!«

Wenn Sie zweifeln, erwiederte der gute Bekannte, welcher ihm die Mittheilung gemacht hatte,ſo fragen Sie den Doctor Ernſt, der da eben hereinkommt. So viel ich weiß, iſt er Hausarzt bei Meyerheim.

Der Canzleirath eilte auf den Doctor zu.

Iſt es wahr, Doctor?« fragte er haſtig.»Meyer⸗ heim.. 2

Liegt im Sterben, verſetzte der Doctor achſelzuckend und ſehr ernſt.Ich komme eben von ihm, und bin noch ganz erſchüttert und ergriffen von dem tieftrauri⸗ gen Auftritte, dem ich beiwohnen mußte. Der ſterbende Mann wilde Verwünſchungen gegen ſich ausſtoßend, ſeine unglückliche Frau händeringend und wehklagend, ſein Sohn in Thränen zerfließend, ein ſchrecklicher Auftritt!«

Aber, großer Gott, wie hat das ſo kommen koͤn⸗ nen? rief der Canzleirath ganz bleich aus.

Natürlich und erklärlich genug,« erwiederte der Doctor.Schon ſeit acht Tagen fühlte Meyerheim den Boden unter ſich wanken, und er kämpfte mit al⸗