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Die Lebensversicherung : Eine ernste Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Herr Kluge, daß er ſo gut ſein und das ſchöne Geld für meinen Wilhelm ſicher ſtellen möge. Das hat er denn auch bereitwillig gethan, und ich kann ganz un⸗ beſorgt um das Geld ſein, und beziehe auch noch huͤbſche Zinſen davon.

Auch ich wünſche Ihnen Glüuͤck, liebe Frau, daß Sie einen ſo wackern und vorſichtigen Mann gehabt haben, ſagte der Canzleirath mit etwas bebender Stimme.»Wollte Gott, es dächten noch recht viele Menſchen ſo, wie er gedacht hat, dann würde es eine große Summe von Kummer, Sorge und Elend weniger in der Welt geben!

Als Frau Wagner kurz darauf gegangen war und der Canzleirath ſich allein in dem Zimmer befand, ſchlug er ſich haſtig mit geballter Fauſt vor die Stirn, und Worte, wie:ich Thor, ich Elender, ich Unſinniger!« floßen unwillküͤrlich über ſeine Lippen. Ob und was er ſich dabei dachte, konnte natürlich Niemand wiſſen. Jedenfalls ſtand aber ſo viel feſt, daß die Unterredung mit Frau Wagner ihn ſehr ſtark und lebhaft ergriffen, und ihn in ungewöhnliche Aufregung verſetzt hatte.

Eine Aufregung anderer Art ſollte wenige Tage nach Jener erfolgen.

Grade zu jener Zeit trat eine große, weit greifende Handels⸗Kriſis ein, welche bedeutende Verheerungen un⸗ ter den Kaufleuten und Banquier⸗Häuſern anrichtete. Hunderte von Leuten, die man für unermeßlich reich gehalten hatte, wurden in kürzeſter Friſt zahlungsunfähig und kamen an den Bettelſtab. Der Canzleirath hatte wohl von dieſen Calamitäͤten gehört, aber ſich weiter nicht darum bekümmert, weil er als Beamter kein eige⸗ nes und beſonderes Intereſſe daran hatte. Da eiuht