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Die Lebensversicherung : Eine ernste Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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dann bin ich ja auch noch jung und rüſtig, und kann durch meiner Hände Arbeit, durch Waſchen, Scheuern und dergleichen auch noch ein paar Thaler woͤchentlich verdienen. Außerdem, Sie wiſſen ja, die fünfhundert Thaler von der Lebensverſicherung! die habe ich auf ſichere Hypothek gelegt, und rühre keinen Pfennig da⸗ von an. Sie ſollen einmal meinem Wilhelm zu gut kommen, wenn er ſpäter ein Handwerk lernt, oder wenn er Kaufmann werden, oder gar auf die Univer⸗ ſttät gehen und ſtudiren will. Das Geld reicht zu Allem aus. Ja, das iſt eine große Beruhigung für mich, Herr Canzleirath! denn ſehen Sie, wenn mein ſeliger guter Mann ſein Leben nicht verſichert gehabt hätte, was wäre dann für den armen Jungen zu thun und zu erreichen geweſen? Nichts! Er hätte es nimmer⸗ mehr zu etwas Rechtem und Ordentlichem bringen kön⸗ nen, während jetzt, wenn ihn nur der liebe Gott brav und geſund erhält, ſeine Zukunft geſichert iſt.«

Der Canzleirath ging während dieſer Auslaſſung der Frau Wagner unruhig in der Stube auf und ab, und bekämpfte augenſcheinlich ein Gefühl, das ihn un⸗ angenehm, wenn nicht gar ſchmerzlich berührte.

Ja, ja, ſagte er dann,ich kann mir wohl den⸗ ken, daß eine ſolche Summe Geldes ein wahrer Schatz für Sie ſein muß. Sie haben dieſelbe alſo ſchon aus⸗ bezahlt erhalten?

Ei ja, ſchon bald nach dem Begräbniſſe meines armen guten Mannes, verſetzte ſie.Das war ſehr ſchön und rührend, Herr Canzleirath. Sehen Sie, der Herr Agent Kluge, Sie kennen ihn ja, ließ mir damals ſagen, ich ſolle ihn Tags darauf Vormittags um elf Uhr beſuchen. Als ich hin kam, fand ich außer