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Die Lebensversicherung : Eine ernste Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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über Bruſtleiden, bald über Herzweh, bald über den Magen, bald über dieß oder das, und in der That, wer ihn längere Zeit nicht geſehen hatte, erſchrak über ſein leidendes Ausſehen, über das bleiche, eingefallene Geſicht, über die trüben Augen und die ſchlaffe Haltung des Körpers, den er früher ſo gerade und ſtattlich ge⸗ tragen hatte.

Außer den körperlichen Beſchwerden mußte ihn auch wohl noch ein Gemüthsleiden drücken, obgleich er dieſes ſorgfältig vor den Leuten und beſondes vor ſeiner Frau zu verbergen ſuchte. Dennoch merkte es die Letztere recht wohl, und ahnte auch die Quelle davon. Doch hütete ſie ſich, ihren Gedanken Worte zu geben, um den ohnehin ſchon reizbaren Mann nicht noch reizbarer zu machen. Sie erwartete nur geduldig die Zeit, wo er ganz von ſelber und aus freier Entſchließung ihr ſein Herz öffnen würde, und wünſchte nur im Stillen, daß ſich dieſer Zeitpunkt nicht zu weit hinaus dehnen möͤchte.

Es vereinigte ſich noch Manches, der Mißſtimmung des Canzleiraths eine noch ſchwärzere Färbung zu geben. So ein Beſuch von der Wittwe Wagner, welche eines Morgens zu ihm kam, und ihn um eine kleine Gefäl⸗ ligkeit erſuchte, die er natürlich bereitwillig gewährte.

Und nun, Frau Wagner, wie geht es ſonſt? fragte er, ſie zurückhaltend, als ſie ſich mit höflichem Danke wieder entfernen wollte. Ich will doch hoffen, daß der Verluſt ihres guten Mannes Sie nicht in eine hülfsbedürftige Lage gebracht hat?«

O nein, Herr Canzleirath, Gott ſei Dank dafür, erwiederte ſie.Die kleine Penſion, die mir monatlich ausbezahlt wird, reicht vollkommen aus, mir und mei⸗ nem Wilhelm des Lebens Nothdurft zu gewähren, und