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Die Lebensversicherung : Eine ernste Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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dann auch auf den Höhen und Bergkuppen; die Buͤſche und Sträucher kleideten ſich mit jungem, friſchem Grün; die erſten Schneeglöckchen, die erſten duftenden Veilchen erquickten Auge und Gemuͤth; Millionen feine grüne Spitzen lugten von Wieſe und Garten, noch ein wenig ſchüchtern, zum blauen Himmel auf; gelbe Primeln und blaue Genzianen ſchmückten den Waldrand; die lieben Vöglein zwitſcherten, jubilirten und flöͤteten wieder ihre muntern Lieder von den Zweigen oder aus hoher Luft herab; kurz der Frühling, der liebe, holde, wonnige Frühling war wieder einmal gekommen mit ſeiner Fuͤlle von Schönheit und Herrlichkeit, und jedes lebendige Weſen begrüßte ihn mit Freudigkeit, und ath⸗ mete leichter und freier auf, als da des Winters ſtarre Macht noch ſchwer auf ihm gelegen hatte. Und doch war Einer, dem der Zauber des Frühlings kaum ein Lächeln ablocken konnte, Einer, der ungerührt blieb von ſeinen Wonnen und Freuden, der trüben Blickes ſeine Herrlichkeit ſchaute und im gepreßten Her⸗ zen keine Regung des allgemeinen Entzückens verſpuͤrte. Und dieſer Eine war der Canzleirath Heimberger. Freilich nicht ohne Grund ging der ſonſt lebensfrohe und lebensfriſche Mann jetzt düſter und trübe einher. Seit dem Tode des Amtsboten Wagner, den er ſich vielleicht mehr zu Herzen nahm, als er äußerlich zu erkennen gab, war eine ſehr merkbare Veränderung mit ihm vorgegangen. Er kränkelte fortwährend. Sein Unwohlſein erreichte allerdings nie einen ſo hohen Grad, daß es ihn von ſeinen Geſchäften abgehalten, oder ihn vom Ausgehen verhindert hätte, aber genug, er kränkelte. Seine fruͤhere, unerſchütterlich ſcheinende Geſundheit hatte einen empfindlichen Stoß erlitten. Er klagte bald

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