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Die Lebensversicherung : Eine ernste Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ihn eine ernſte, faſt trübe Stimmung, die ihren Grund in dem Verluſte eines braven und rechtſchaffenen Unter⸗ gebenen, aber ſicherlich auch noch in etwas Anderem hatte, von dem ſich aber der Canzleirath ſelber keine Rechenſchaft geben mochte. Was war es wohl?

Fünſtes Kapitel. Verſcherzt.

Am andern Morgen, als gerade der Canzleirath mit ſeiner Gattin noch am Frühſtücks⸗Tiſche ſaß, brachte ein Amtsdiener die Nachricht, daß der Amtsbote Wag⸗ ner in vergangener Nacht gegen zwölf Uhr geſtorben ſei.*¹

Obgleich dieſe traurige Botſchaft nicht überraſchen konnte, machte ſie doch einen betrübenden Eindruck auf das Ehepaar, welches den ehrlichen, braven Mann immer geſchätzt und geachtet hatte. 3

Und wie iſt er geſtorben? fragte der Canzleirath nach einer in ſchmerzlichem Schweigen verbrachten Pauſe.

Sanft, ergeben, faſt freudig, lautete die Antwort des Amtsdieners.Ich ging heute früh nach ſeiner Wohnung hin, um mich nach dem Zuſtande des Kran⸗ ken zu erkundigen, und da erzählte mir Frau Wagner ſelber, wie Gott ergeben und ſchmerzlos das Ende ihres Mannes geweſen ſei. Ich mußte ihr wohl glauben, denn als ich nachher auf meine Bitte den Todten noch einmal ſehen durfte, wurde ich ganz weich und gerührt über den Ausdruck ſtiller Seligkeit, der ſich in ſeinen