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Die Lebensversicherung : Eine ernste Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
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und ordnen, daß du dir keine Sorgen mehr über ihn zu machen brauchſt!«

Was konnte die arme Frau Räthin weiter thun? Sie mußte ſchweigen und geduldig abwarten, daß der Herr Gemahl von ſelber wieder in ſeine ſtille Häuslich⸗ keit zurückkehrte. Leider aber ſchien es nicht, als ob dieſer große Neigung hiezu verſpürte. Im Gegentheil, das Frühſtücken und Soupiren mehrte ſich, und die Haushaltskaſſe leerte ſich, mehr und mehr. Es half

nichts, die Frau Räthin mußte ſich wieder einmal ein

Herz faſſen und ihrem Herrn Gemahl mit verſtändigen Worten in's Gewiſſen reden. Die Veranlaſſung dazu lag nahe genug; denn in der Wirthſchaftskaſſe befanden ſich eines Tages nur noch wenige Thaler, und der Termin der nächſten Gehaltsauszahlung war noch meh⸗ rere Wochen entfernt. Auch die Gelegenheit bot ſich; der Herr Rath führte ſie ſelber herbei.

Gieb mir doch ein paar Thaler, Frauchen, ſagte er nach dem Mittagseſſen grade deſſelben Tages, wo die Frau Räthin die Kaſſe nachgezählt, und ſie ſo be⸗ denklich mager gefunden hatte.Es kommen heute Abend ein paar Bekannte bei'm Italiener Taglioni zuſammen, und man hat mir keine Ruhe gelaſſen, bis ich verſprochen habe, an der kleinen Parthie Theil zu nehmen.

Die Frau Räthin gieng an den Schrank, nahm die kleine Truhe, in welcher ſie ihr Geld aufzubewahren pflegte, und ſchüttete den Inhalt derſelben auf das Tiſchtuch aus.

»Hier ſind die paar Thaler, lieber Mann, ſagte ſie ruhig.Nun wirſt du aber ſo gut ſein, mir An⸗ weiſung zu geben, wie ich die nächſten Wochen wirth⸗

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