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Schritt näher gekommen, ſo vielfältig ſie auch Gelegen⸗ heit ſuchte, ihrem Manne das Gedächtniß aufzufriſchen, und ihn an den wichtigen Gegenſtand des Geſpräches zu erinnern, das ſie Beide an jenem Sommermorgen beim Frühſtücken geführt hatten. Der Herr Rath wußte ſich immer unter allerhand Vorwänden einem näheren Eingehen in die Angelegenheit zu entziehen, die ſeiner Frau doch ſo ſehr am Herzen lag. Bald ſchützte er Geſchäfte vor, bald verſprach er, alles Mögliche zu thun, wenn man ihm nur Zeit laſſe, bald fehlte es ihm für den Augenblick an Gelde.
Der letzte Grund der Zögerung mochte wohl der triftigſte ſein, denn in der That bemerkte die Frau Räthin mit heimlicher Beſorgniß, daß, trotz der mit der Rangerhöhung vermehrten Einnahmen, die Wirthſchafts⸗ kaſſe ſich nicht beſſer füllen wollte, als früher,— ja, daß ſogar öfter eine wirkliche Geldklemme eintrat, wie ſie vormals, bei dem geringeren Gehalte, nie vorge⸗ kommen war. Sie nahm eine Gelegenheit wahr, ihrem Manne ſanfte Vorſtellungen über dieſen bedenklichen Umſtand zu machen, und der Herr Rath hörte ſie ge⸗ duldig, nur manchmal mit den Achſeln zuckend, an.
„Was willſt du, liebes Kind?“ gab er zur Ant⸗ wort.„Meine jetzige Stellung in der Welt, als Kanzleirath, zwingt mich, größere Ausgaben zu machen, wenigſtens zum Anfang, als ich ſie früher zu machen brauchte. Ein ſimpler Regiſtrator wird weiter nicht beachtet, und kann ſo eingezogen leben, wie er Luſt hat. Niemand kümmert ſich um ihn. Aber ein Karzleirath! Das iſt ein ganz anderes Ding. Man darf ſich nicht von Allem und Allem zurückziehen, um nicht in den Augen der Menſchen lächerlich zu werden. Man muß
Lebensverſicherung⸗ 2


