auf die Stirn. Darauf machte ſich Eduard von ihm los, indem er ſagte:
„Nun iſt's aber die höchſte Zeit, daß ich in die Schule gehe! Das Begräbniß hat mich ſchon abge⸗ halten, und nun auch noch die Freude über Vaters Beförderung! Die Jungen in der Schule werden ein⸗ mal Augen machen, wenn ich ihnen erzähle, daß mein Vater Regiſtrator heute Rath geworden iſt! Und Meyerheim's Ludwig wird ſich ärgern! Aber das ge⸗ ſchieht dem hochmüthigen Burſchen ſchon recht, denn er ſieht alle uns andere Jungen nur ſo über die Achſel an, als ob er Wunder was wäre, blos, weil ſein Vater Geld hat!“
„Hoffentlich wirſt du nicht allzu ſtolz werden, weil jetzt dein Vater Rath geworden iſt,“ ſagte Herr Heim⸗ berger lächelnd. 4
„Gott behüte!« erwiederte Eduard.„»Frage nur Wilhelm, den Sohn von unſerem Amtsboten! Wir
ſind von jeher gute Freunde geweſen, und werden's
auch jetzt bleiben, nach wie vor. Nein, ich haſſe den Stolz, Vater, der ſich nicht auf wirklich gute, gediegene Eigenſchaften ſtützt. Und ſo venkt Wilhelm auch! Wir ſetzen unſeren Stolz darein, daß wir Beiden die fleißig⸗
* ſten Buben in unſerer Claſſe ſind, aber deßwegen ver⸗
achten wir Niemanden, wenn er nur ſeine Schuldigkeit thut. Aber, da ſchlägt's ſchon dreiviertel,— jetzt iſt es die höchſte Zeit, daß ich gehe! Adieu, Vater! Adieu, Mütterchen!“
Und fort war er, wie der Wind, zur Stube hinaus.
„Ein prächtiger Burſch!« ſagte der Vater, mit ſtil⸗ lem Vergnügen ihm nachſchauend.


