Druckschrift 
Die Lebensversicherung : Eine ernste Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

Wenn mir nur deine Achtung und Liebe bleibt, guter Mann, ſo bin ich ſchon im Herzen zufrieden, verſetzte die verſtändige Frau.Uebrigens freut es mich natürlich von ganzer Seele, daß deine Verdienſte ſo ehrenvoll von Oben her anerkannt ſind, und ich wünſche dir alles nur mögliche und denkbare Glüͤck dazu! Danke, danke, Frauchen, erwiederte der Rath, und wendete ſich der Thüre zu, durch welche eben jetzt ein hübſcher, kräftiger Knabe von elf oder zwölf Jahren hereinſtürmte, mit Ungeſtüm auf den Rath zueilte und ihn mit beiden Armen umſchlang. 8

Gratulire, Väterchen! rief er laut, während ſeine Augen vor Freude blitzten und ſeine Wangen höher als gewöhnlich glühten.Der Regierungsbote hat mir ſchon Alles geſagt! Ich traf ihn unten, als ich von dem Trauerzuge des Kaufmann Schulze zurückkehrte, den ich ein Stückchen weit begleitet hatte. Alſo Kanz⸗ leirath biſt du geworden! Na, das iſt ſchön, und es freut mich um ſo mehr, weil nun Meyerheim's Ludwig nicht mehr mit Verachtung auf mich herabſehen, und mich einen armſeligen Regiſtrators⸗Jungen ſchelten kann. Ein königlicher Kanzleirath iſt doch gewiß eben ſo viel werth, als ein Banquier, wenn dieſer auch Gold und Silber in Haufen hat..

Thorheit, lieber Eduard!« verſetzte Herr Heimber⸗ ger lächelnd.Ein Menſch iſt ſo viel werth, wie der Andere, wenn er nur, Jeder auf ſeiner Stelle, ſeine Schuldigkeit thut. Uebrigens danke ich für deine Gra⸗ tulation.

Mit liebevollem Blicke ſtreichelte er dem blühenden Knaben Haar und Wangen, und küßte ihn väterlich