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Die Lebensversicherung : Eine ernste Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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welche er von Zeit zu Zeit flüchtig auf ſeine Frau richtete, ohne daß dieſe es zu bemerken ſchien.

Frau Anna ſaß ſtill und in ſich verſunken in die Ecke des Sopha's zurückgelehnt, und blickte ernſt und gedankenvoll auf das Anzeige⸗Blatt der Reſidenz, das ſie jeden Morgen bei'm Kaffee zu leſen, oder wenig⸗ ſtens flüchtig zu durchblättern pflegte. Wie ſie ſo da ruhete im reinlichen Morgengewande, das volle ſchwarze Haar nur mit Müͤhe von einem weißen Häubchen zu⸗ ſammengehalten, mit ihrer ſchlanken Figur, und ihrem hübſchen, ſanften und klugen Geſicht, mußte ſie auf Jeden, der ſie ſah, einen angenehmen Eindruck hervor⸗ bringen, und es war nur natürlich, daß auch ihr Mann, der Herr Regiſtrator, dieſem Eindrucke ſich nicht entziehen konnte, obwohl ſeine Frau, wie ſchon angedeutet, ſich heute einer ganz ungewöhnlich ernſten, wenn nicht trüben und ſchwermüthigen Stimmung hin⸗ zugeben ſchien. Einige Minuten hindurch beobachtete er ſie, ohne ihr Nachſinnen zu unterbrechen; endlich aber, als ſie immer tiefer und tiefer in eine dunkle Gedankenwelt zu verſinken drohte, ſchüttelte er leiſe den Kopf, beugte ſich näher zu ihr hinüber, und klopfte ſie ſanft auf die Achſel. Sie fuhr ein wenig erſchreckt zuſammen, und ſchaute, wie aus einem Traume er⸗ wachend, mit ihren großen braunen Augen in einiger Verwirrung zu ihm auf.

»Was haſt du denn, Kind?« fragte der Negiſtrator freundlich.Du ſiehſt ja ſo ernſthaft und tiefſinnig aus, als ob du über die größeſten Geheimniſſe Him⸗ mels und der Erden nachgrübelteſt. Hat dich das Tageblatt mit ſeinen Annoncen von Stiefelwichſe, Käſe,

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