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Ein Königssohn : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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obgleich ſie wiederholt wurde, nicht verſtanden zu haben, und antwortete nicht darauf. d

Lasne kam nun herauf, um Gomin abzulöſen. Die⸗ ſer entfernte ſich mit ſchwerem Herzen, obgleich er nicht fürchtete, daß das Ende ſchon ſo nahe ſei. Lasne ſetzte ſich neben das Bett; der Prinz betrachtete ihn lange Zeit mit träumeriſchem Blicke. Als er eine leichte Be⸗ wegung machte, fragte ihn Lasne, wie er ſich befinde, und was er wünſche? Der Knabe ſagte zu ihm:

Glaubſt du, daß meine Schweſter die Muſik hat hören können? Wie wohl würde ihr das gethan haben! 4

Lasne konnte ihm darauf nicht antworten. Der Blick des Sterbenden richtete ſich jetzt voller Todesangſt ſtechend und verlangend nach dem Fenſter. Plötzlich entrang ſich ein Ausruf des Glückes ſeinen Lippen, dann, Lasne erblickend, ſprach er zu ihm:Ich habe dir etwas zu ſagen!

Lasne näherte ſich und faßte ihn bei der Hand; der kleine Kopf des Gefangenen neigte ſich auf die Bruſt des Aufſehers.. Lasne horchte, doch vergebens. Das letzte Wort war ſchon geſprochen! Gott hatte dem armen Kinde den Todeskampf erſpart, Gott hatte es mit liebenden Armen unter einem letzten Traume des Glückes und Entzückens zu ſich emporgehoben!

Lasne legte ſeine Hand ſanft auf das Herz des Knaben, dieſes leidensreiche Herz ſchlug nicht mehr. Der Sohn der Könige hatte ſeine traurige irdiſche Hei⸗ math vertauſcht mit der ewigen, freudevollen, himmli⸗ ſchen Seligkeit. Dort fand er Gott, dort fand er die, die er liebte.