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Dieß geſchah um ein Viertel nach zwei Uhr Nach⸗ mittags am 8. Juni 1795.——
Noch wenige Worte an dich, lieber Leſer. Ich habe ein trübes Gemälde vor dir aufgerollt, und wie ſehr es dein Mitgefühl erregt haben mag, durfte ich es doch nicht mildern, da es vom Anfang bis zum Ende, in jedem Worte, die Wahrheit und nur die Wahrheit ent⸗ hält. Der kleine Prinz Ludwig Karl, der Sohn der Könige und ſelbſt ein König, hatte alle dieſe Schmer⸗ zen erduldet, er lebte, litt und ſtarb, wie es in dieſen Blättern verzeichnet iſt. Ein gewiſſenhafter und glaub⸗ würdiger Forſcher, Herr von Beauchesne, hat mit un⸗ ſäglicher Geduld und Eifer alle die kleinen Züge ge⸗ ſammelt, die ich dir wiedererzählte, und ſogar Gomin und Lasne noch ſelbſt geſprochen, dieſe beiden braven Männer, welche die letzten Tage des kleinen Prinzen zu erheitern ſuchten.
Fragſt du mich nun, welche Lehre du aus dieſer wahrhaften Erzählung ziehen ſollſt? ſo antworte ich: Lerne demüthig ſein im Hinblick auf die Leiden dieſes Kindes, die Gott ihm auferlegte, deſſen Wege geheim⸗ nißvoll und unerforſchlich ſind. Gott behüte dich vor Schmerzen und Kummer,— aber wenn er ſie dir eines Tages auferlegen ſollte, ſo erinnere dich an den Sohn der Könige Frankreichs, und dulde, wie er Schweres und Herzbrechendes duldete, in Sanftmuth und Gelaſſen⸗ heit, in Demuth und in Ergebung unter die Rathſchlüſſe des Herrn, vor welchen der ſchwache Menſch ohne Murren ſich beugen muß.
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