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Ein Königssohn : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Die Nacht trat ein, die letzte Nacht, die der arme Knabe, wie immer, in der Einſamkeit mit den Leiden ſeiner Seele und ſeines Körpers, dieſen ſeinen alten Gefährten, verleben ſollte. Stets hatte man ihn wäh⸗ rend der Nacht allein gelaſſen, ſelbſt während ſeiner Krankheit, und immer erſt gegen Morgen um acht Uhr hatten ſeine Aufſeher ſich zu ihm begeben dürfen. Man weiß nicht, wie das Kind dieſe Nacht verbracht hat, aber wenn es ſchlummerte, kauerte jedenfalls der Tod dicht neben ſeinem Pfühle. Morgens zwiſchen ſieben und acht Uhr, Montags am 8. Juni trat Lasne als der Erſte in ſein Gemach. Gomin wagte es nicht, zu⸗ erſt hinein zu gehen, aus banger Furcht, daß er das arme Opfer nicht mehr am Leben finden werde.

Die Aerzte fanden ſich zu der von ihnen feſtgeſetzten Stunde ein. Der Knabe war aufgeſtanden, als Herr Pelletan ihn um acht Uhr beſuchte. Lasne glaubte, ſein Zuſtand habe ſich ſeit geſtern etwas gebeſſert, aber der ſchärfere Blick des Arztes ließ denſelben wohl ein⸗ ſehen, daß Lasne ſich täuſche. Der arme Kranke, der eine große Schwere in ſeinen Füßen fühlte, verlangte ſelbſt bald, ſich wieder niederzulegen.

Als Herr Dumangin gegen eilf Uhr ſich einfand, lag der Prinz im Bett. Der Knabe empfing ihn mit jener unveränderten Milde, die er unter ſeinen Leiden beibehielt, und welche ſpäter die Aerzte ſelber bezeugten. Herr Dumangin zuckte die Achſeln über den Zuſtand, in dem er den Kranken fand, und hielt ſein Ende für ſehr nahe bevorſtehend.

Als er ſich wieder entfernt hatte, erſetzte Gomin

ſeinen Collegen Lasne im Krankenzimmer, und ſetzte ſich