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Gomin.„Hier athmet man wenigſtens friſche Luft, das Licht dringt ein, die Aerzte beſuchen Sie, und Sie müſſen ſich ein wenig getröſtet fühlen.“
Bei dieſer Anrede ſah der Prinz den Aufſeher mit einem Ausdrucke voll bitterer Traurigkeit an. Sein Auge, vor wenigen Augenblicken noch hell und klar, trübte ſich; dann funkelte es plötzlich mit einem neuen Glanze; eine große Thräne drang zwiſchen ſeinen Wim⸗ pern hindurch und rollte über ſeine Wangen herab.
„Immer, immer allein,“ war ſeine Antwort.„Meine Mutter iſt drüben in dem anderen Thurme geblieben!“
Er wußte nicht, daß man ſchon längſt ſeine unglück⸗ liche Mutter, wie auch ſeine Tante, Madame Eliſabeth, die Schweſter ſeines Vaters, zur Guillotine geſchleppt hatte, und Alles, was das Herz des armen Kindes noch an Wärme und Zärtlichkeit beſaß, gehörte ſeiner Mutter, aus deren Armen man ihn ſo grauſam geriſſen hatte. Dieſe kindliche Liebe hatte Alles überlebt; dieſe Liebe war ſtark, wie ſein Wille, ſie war tief, wie ſein Ge⸗ müth.„Die Liebe,“ ſo ſpricht die heilige Schrift, viſt ſtärker als der Tod,«— und dieſer Knabe bewährte den Ausſpruch. In der Stunde, wo das Nachdenken über die Vergangenheit, die Erinnerung das Gefühl ſeiner Leiden beherrſchte, erloſch jeder andere Gedanke in ihm, und ſein ſo ſchwer geprüͤftes, in den Staub gebeugtes, gemartertes Herz beſchäftigte ſich dann einzig und allein mit dem theuren Bilde ſeiner ſo zärtlich, ſo über Alles geliebten Mutter.
„Es iſt wahr, Sie ſind oft allein, und das iſt ſehr traurig,“ entgegnete Gomin;—„aber Sie haben hier auch nicht, wie anderswo, den Anblick ſo vieler böſer Menſchen, und das Beiſpiel ſo vieler böͤſer Handlungen.“


