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Ein Königssohn : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Bücher, in denen der Prinz gern las, und durch einen Bekannten, Namens Debierne, auch eine Turteltaube, die indeß bald nachher wieder ſtarb. Häufig ſpielte er auch Dame mit ihm; der Kleine verſtand zwar nicht viel von dem Spiele, aber der wohlwollende Gomin wußte das Spiel ſchon immer ſo zu lenken, daß der Prinz jede Parthie gewinnen mußte. Auch Federball wurde geſpielt, wenn die Kräfte des Knaben ihm dieſe Zerſtreuung erlaubten, und hierbei benahm er ſich recht geſchickt; ſein Blick war ſicher, ſeine Hand ſchnell; er hielt immer die Linke auf ſeine Hüfte geſtützt, während die Rechte mit dem Schlagnetz bewaffnet war.

Am 29. März 1795 verließ Herr Laurent den Tem⸗ pel, und wurde durch Etienne Lasne, einen Stuben⸗ maler und ehemaligen Gardiſten, erſetzt. Ein Freund ſchied von dem Prinzen, aber ein anderer Freund nahm ſeinen Poſten ein. Lasne zeigte von Anfang an das herzlichſte Wohlwollen für den Knaben, und wußte ſchnell deſſen Zuneigung zu gewinnen. Er ſang ihm muntere Lieder vor, und Gomin ſpielte die Violine dazu. Auch führte er ihn häufig auf den Thurm, unter⸗ hielt ihn durch launige Einfälle, ſpielte mit ihm, und erwarb ſich durch alle dieſe kleinen Liebesdienſte ſo ſehr die Liebe und das Vertrauen des Kindes, daß er von ihm gedutzt wurde, was ſonſt ganz gegen die Gewohn⸗ heit des Prinzen war.

Mittlerweile verſchlimmerte ſich aber der Zuſtand des Knaben in ſolchem Maße, daß man ihm endlich auf dringendes Verlangen der Aufſeher doch einen Arzt ſchicken mußte. Herr Deſault behandelte ihn und ver⸗ ordnete ihm Arzneien und Einreibungen, gab aber Go⸗ min von Anfang an zu erkennen, daß er wenig Hoffnung