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Ein Königssohn : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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davon, Namens Careaux, welchem Gomin an's Herz legte, doch einen Arzt für das kranke Kind zu ſchicken, hatte ſogar die grauſame Frechheit, zu erwiedern:Pah, er befindet ſich, wie er ſich befindet. Es gibt gar viele Kinder, welche ſterben, die viel nothwendiger ſind, als er!«

Noch zwei Tage ſpäter war Gomin ſchmerzlich über⸗ raſcht, als er den armen Knaben, leiſe vor ſich hin murmelnd, wiederholen hörte:Es ſterben gar viele Kinder, welche weit nothwendiger ſind!

Nach dem Beſuche dieſes Menſchen verſchlimmerte ſich der Zuſtand des Prinzen auf ſehr betrübende Weiſe. Er verſank in die ſchwärzeſte Traurigkeit, und eine finſtere Entkräftung bemächtigte ſich Seiner. Gomin hatte Mühe, ihn zu bewegen, mit auf den Thurm zu ſteigen. Bald ſogar erlaubten ihm ſeine Füße nicht mehr, zu gehen, und öfter als einmal trugen ihn Go⸗ min und Laurent auf ihren Armen hinauf. Das Uebel machte in wenigen Tagen ſo ſchreckliche Fortſchritte, daß ſich endlich die Regierung bemüſſigt fand, eine Deputa⸗ tion in den Tempel zu ſchicken, um den Zuſtand des Gefangenen zu unterſuchen. Aber nichts erfolgte auf den Bericht dieſer Abgeſandten. Kein Arzt wurde ge⸗ ſchickt, kein Arzneimittel angewandt, und der arme Knabe ſchlich langſam dem Grabe zu. Man ſah wohl, der Tod des Unglücklichen war von der Regierung be⸗ ſchloſſen. Man ließ die Krankheit vollenden, was jenes Scheuſal, der Schuhflicker Simon vorbereitet und ange⸗

fangen hatte.

Der ehrliche Gomin hoffte indeſſen noch, und er gab ſich alle Mühe, die kleinen Zerſtreuungen und Erholun⸗ gen des Kindes zu vervielfältigen. Er verſchaffte ihm