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Schweſter zu ſehen? Wir leben doch unter der Regierung der Brüderlichkeit!«
Der Prinz blickte ihn mit großen Augen voller Er⸗
ſtaunen an, und erſpähete jede Bewegung des wilden Gaſtes, deſſen freundliche Worte in ſo ſtarkem Gegen⸗ ſatze zu ſeinem rauhen Weſen ſtanden.. „Nicht wahr, mein Knabe,“ fuhr der Commiſſair fort,„du würdeſt recht froh ſein, dürfteſt du mit deiner Schweſter ſpielen? Ich ſehe nicht ein, weßhalb die Nation ſich deines Urſprungs erinnert, wenn du ihn vergiſſeſt.“ Hierauf zu Laurent und Gomin gewendet, ſagte er: „Es iſt nicht ſein Fehler, daß er der Sohn eines Kö⸗ nigs iſt. Er iſt nichts weiter, als ein Unglücklicher und ein Kind, daher ſeien Sie nicht hart gegen ihn. Der Unglückliche gehört der Menſchheit, und das Vaterland iſt die Mutter aller ſeiner Kinder!«
Nach ſeiner Entfernung beeilte ſich Gomin, dem kleinen Prinzen einige Erleichterungen zu gewähren, und ſorgte beſonders dafür, daß jeden Abend das Zim⸗ mer des Prinzen erleuchtet wurde, worauf das arme Kind großen Werth legte. Seine Schweſter übrigens ſah er nicht, da man es von Seiten der Regierung auf das Strengſte verboten hatte.
Bei aller Sorgfalt und Pflege konnten indeß die Aufſeher nicht verhindern, daß der arme, kleine, kranke Prinz von böſen Fieberanfällen heimgeſucht wurde. Dazu kam, daß die Commiſſaire nicht immer ſo gute Geſin⸗ nungen zeigten, wie der rauhe, aber brave Herr Delboy, ſondern zuweilen den Knaben durch rohe Drohungen und Beſchimpfungen einſchüchterten, welche keineswegs
dazu beitrugen, ſeinen Zuſtand zu verbeſſern. Einer
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