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Ein Königssohn : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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das arme Kind auf wunderbare Weiſe, und eine innige Freude füllte ſeine Augen mit Wonnethränen. Wie 4 trunken ging er um die Blumen herum, umfaßte-» mit beiden Händen, und ſog ihren Wohlgeruch ein. verſchlang ſie faſt mit ſeinen Augen, unterſuchte eine. Blüthe nach der andern, und nachdem er lange geſucht hatte, pflückte er eine derſelben ab... Dann ſah er Gomin mit einem traurigen Blicke an; ein kindlicher, frommer Gedanke zitterte durch ſein Herz; er ge⸗ dachte ſeiner Mutter!.. Ach, armes Kind! Für ſie gab es keine irdiſchen Blumen mehr, und dir iſt es

nicht einmal vergönnt, eine Blüthe auf ihr Grab zu 3

legen!. 3 Noch ein anderer Vorfall diente dazu, dem Prinzen

eine kleine Erleichterung zu verſchaffen. Am 14. No⸗ 4

vember kam ein Commiſſair, Namens Delboy, in den

Tempel. Sein Aeußeres war barſch, ſein Ton ſchnei⸗ dend. Mit einer Art Brutalität ließ er ſich alle Thü⸗ ren öffnen, und geberdete ſich rauh und ungeſchlacht; aber unter dieſer rauhen Außenſeite verbarg er eine Milde und Erhabenheit der Geſinnungen, welche das Erſtaunen des kleinen Gefangenen erregte. 4

Weßhalb dieſe erbärmlichen Speiſen?« rief er mit einem Blicke auf die karge Mahlzeit des Prinzen. Wäre er in den Tuilerien, ſo würden wir ihm jede Nahrung ſtreitig machen, aber hier in unſeren Hän⸗

den! Man muß ſich gnädig gegen ihn erweiſen; die 4

Nation iſt großmüthig! Wozu dieſe Schalter? Unter der Regierung des Volkes leuchtet die Sonne für Jeder⸗. mann. Dieſe Kinder müſſen ihren Antheil daran eben⸗ falls haben. Weßhalb verhindert man den Bruder, ſeine