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Ein Königssohn : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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dieſen Gebrauch ab, und nannte den Knaben bei ſeinem Vornamen Monſieur Charles. Auch wirkte er ihm öfter die Erlaubniß aus, auf die Platform des Thur⸗ mes gehen zu dürfen, wo er nach zwei langen trauri⸗ gen Jahren die Sonne und den blauen Himmel wieder ſehen konnte. Hier fand er eines Tages ein paar kleine gelbe Blumen, die in den Fugen und Spalten der Ruine ein kümmerliches Leben friſteten. Dennoch freu⸗ ten ſie ihn. Er pflückte ſie eifrig und fügte ſie mit Mühe zu einem Sträußchen zuſammen, das ihn viel⸗ leicht an die kurzen ſonnigen Tage ſeiner erſten Kind⸗

heit erinnerte.

Am 9. November 1794 gab man dem Prinzen noch einen zweiten Wächter, Namens Gomin, welcher, wie

Herr Laurent, ein Herz voll Mitleiden und Erbarmen im Buſen trug. Er richtete ſich mit Laurent, dem ſeine

Ankunft, weil ſie ihm etwas mehr Freiheit verſchaffte, ſehr willkommen war, in demſelben Zimmer ein, und Beide gaben ſich Muͤhe, die trüben Tage des kleinen Prinzen ſo viel als moͤglich zu erheitern. Sie wuürden

nooch beſſer für ihn geſorgt haben, wenn ſie nicht immer

noch von einem Commiſſair überwacht worden wären, welcher die Aufſicht über den Prinzen mit ihnen zu theilen hatte. Dieſe Commiſſaire wechſelten. Traf die Wahl der Oberen zufällig auf einen freundlichen, ge⸗ fälligen Mann, ſo wußten Herr Laurent und Gomin ijmmer eine kleine Gunſt für den armen Gefangenen von ihm zu erlangen. So brauchte Gomin ſchon am dritten Tage nach ſeiner Ankunft im Tempel den guten Willen eines Commiſſairs, Namens Breſſon, um dem Prinzen vier Blumentöpfe zu verſchaffen, die in der herrlichſten Blüthe ſtanden. Der Anblick dieſer Blumen überraſchte