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Ein Königssohn : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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unerſetzliche Minuten verloren. Doch kam man end⸗ lich weiter. In dem Flecken Etoges zwiſchen Mont⸗ mirail und Chalons war man einen Augenblick in großer Unruhe, denn man glaubte erkannt zu ſein. Der König mit ſeiner gewöhnlichen Sorgloſigkeit ließ ſich zu viel ſehen. Er ſtieg mehrmals aus dem Wagen, ging ſtellenweis zu Fuß, und ließ ſich ſogar mit einzelnen Bauern in Geſpräche ein. In Chalons, wo man Nachmittags um ein Uhr ankam, wurden die Reiſenden ſogleich von dem Poſtmeiſter, wie von andern Perſonen, welche den König hatten ſehen können, er⸗ kannt; aber dieſe treuen und klugen Leute begünſtigten das Gelingen der Flucht, halfen ſelbſt die Pferde vor⸗ ſpannen, und trieben die Poſtillone zur ſchleunigſten Abfahrt. Nirgends wurde angehalten, um eine Mahl⸗ zeit einzunehmen, ſondern man ſpeiſte im Wagen. An der Brücke in Somme⸗Vesle, der erſten Poſt⸗Station hinter Chalons, ſollte ſich eine Abtheilung Huſaren finden, um auf dem Wege nach Montmédy zur Be⸗ gleitung zu dienen; doch als man gegen ſechs Uhr dort ankam, waren nirgends Huſaren zu ſehen. Erſt ſpäter erfuhr man, daß ſie ſechs Stunden fruͤher ihren Poſten beſetzt gehalten, aber ein längeres Verweilen nicht gewagt hatten, um die bereits aufgeregte Be⸗ völkerung nicht argwöhniſch zu machen. Hier alſo machte ſich die traurige Nachricht der verſchiedenen Zögerungen fühlbar; aber noch ſchlimmere Ereigniſſe ſollten hinzukommen.

Herr von Choiſeul, der Commandeur der Huſaren, hatte aus Furcht, in Saint Menehould neue Auf⸗ merkſamkeit und Bewegung zu veranlaſſen, ſeinen Soldaten Befehl ertheilt, auf Nebenwegen die Stadt