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Ein Königssohn : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Zwiſchenfall zu dem gänzlichen Mißlingen des gefahr⸗ vollen Unternehmens beitrug.

Eile war dringend nöthig. Der Fluchtplan fing ſchon an bekannt zu werden, denn es war nothwendig geworden, nach und nach viele Perſonen in das Ge⸗ heimniß einzuweihen, die es nicht Alle mit der er⸗ forderlichen Sorgfalt bewachten. Selbſt die niedere Dienerſchaft in den Tuilerien plauderte unter ſich davon, und das Gerücht von der bevorſtehenden Ent⸗ weichung der königlichen Familie regte ſogar das Volk in ſolchem Grade auf, daß der Polizei ſehr beſtimmte Andeutungen darüber gemacht wurden. Dieſe Gerüchte machten natürlich die Ueberwachung, der das Schloß unterworfen war, noch thätiger und ängſtlicher. Man beaufſichtigte die Familie des Königs in ſo beleidigender Art und Weiſe, daß man ſich ſogar nicht entblödete, den König und die Königin mit Einbruch der Nacht in ihre Gemächer einzuſchließen, und Matratzen vor ihre Thuren zu legen, auf denen die Wachen ſchlafen ſollten, ſo daß die fuͤrſtlichen Perſonen nur aus ihren Zimmern treten konnten, indem ſie über die Leiber ihrer Kerkermeiſter hinwegſchritten.

Die königliche Familie hatte indeſſen Schwierig⸗ keiten dieſer Art vorausgeſehen und ihnen zu be⸗ gegnen verſucht. Schon während des vergangenen Januars hatte man in dem Holzwerk des Zimmers der Madame Eliſabeth, der Schweſter des Königs, eine ſo künſtlich eingefügte Thür anfertigen laſſen, daß man das Vorhandenſein derſelben nur bei ge⸗ nauſter Unterſuchung entdecken konnte. Dieſe Thür führte nach einer kleinen Treppe, auf welcher man in ein Gewölbe gelangte, das dieſes Zimmer von dem