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Ein Königssohn : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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um die Gefahr zu vermindern, möge man ſie theilen, indem man die Königin mit dem Dauphin erſt allein abreiſen ließe; aber die Königin hatte geantwortet: Will man uns retten, ſo müſſen wir zuſammen oder gar nicht gerettet werden.

Am 29. April 1791 ſchrieb der König an Herrn von Bouillé, er laſſe ausdrücklich für ſeine Reiſe einen großen Wagen bauen, der ihn und ſeine ganze Familie aufnehmen könne. Der General dagegen ſuchte den König zu überreden, ſtatt eines ſolchen Wagens, der nur die allgemeine Aufmerkſamkeit auf ſich ziehen müſſe, lieber zwei kleine, leichte engliſche Reiſewagen zu nehmen, wie ſie zu jener Zeit gebraucht würden. Aber zum Unglück gab der König dieſem Vorſchlage kein Gehör, und die ſchlimmſten Folgen knüpften ſich an dieſen ſcheinbar geringfügigen Umſtand.

Bevor der König Paris verließ, wollte er den Marquis von Bouillé gegen jede Verantwortlichkeit ſichern, und überſandte ihm deßhalb den ſchriftlichen Befehl, auf der Straße von Chalons ſur Marne nach Montmedy Truppen aufzuſtellen, welche über die Sicherheit der Perſon des Königs und ſeiner Familie zu wachen hätten.

Die Abreiſe war auf die Nacht des 19. Juni feſt⸗ geſetzt; aber ein verhängnißvoller Umſtand verzögerte ſie um vierundzwanzig Stunden. Eine Kammerfrau der Königin, welche man für fähig hielt, den ganzen Plan zu verrathen, wenn ſie den geringſten Verdacht ſchöpfte, konnte ihres Dienſtes erſt am 19. Juni ent⸗ laſſen werden, und ſo wurde die Flucht um einen

DTag aufgeſchoben. Wir werden ſehen, wie auch dieſer