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Ein Königssohn : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Abgeſandten, welche zum Theil nur um vier oder fünf Jahre älter waren als er ſelbſt, mit der liebens⸗ würdigſten Höflichkeit, und erklärte ihnen ſeine Be⸗ reitwilligkeit, den Ehrenpoſten eines Oberſten des Re⸗ gimentes anzunehmen.

Nun, dann Adieu den Blumen und den Sträußen für Ihre Mama! ſagte der Abbé Davaur.

»Nein, nein! erwiederte der Prinz lebhaft,die Sorge für meine Grenadiere wird mich nicht hindern, für meine Blumen Sorge zu tragen. Viele von dieſen jungen Soldaten haben ſicherlich auch kleine Gärten; ſie werden nach dem Beiſpiele ihres Oberſten die Königin lieben, und Mama wird dann anſtatt eines einzigen, künftig alle Tage ganze Regimenter von Bouquets erhalten!.

Die kleinen Soldaten jauchzten ihrem Oberſt Bei⸗ fall zu, und das beſte Verhältniß war ſofort zwiſchen ihnen hergeſtellt.

Es machte dem Prinzen in den nächſten Wochen viel Vergnügen, ſeine kleine Garde zu kommandiren, bis ſie endlich durch die nahen Stüͤrme der Zeit auf⸗

ggelöst und zerſtreut wurde.

Bei alledem war mittlerweile der Tag bedeutend vorgerückt, und der Abbé mußte ſeinen jungen Zögling daran erinnern, daß er die Abgeſandten des Regiments Dauphin zu verabſchieden habe, um zu ſeiner Mutter zu gehen. Der Prinz reichte den kleinen Kameraden in der liebenswürdigſten Weiſe ſeine Hand, und folgte ſeinem Lehrer zur Königin. Der Empfang war hier aber keineswegs der Art, wie der Prinz ihn erwartet haben mochte. Seine Mutter begrüßte ihn mit ſehr ernſthaftem Geſicht, und reichte ihm, anſtatt wie ge⸗