ͤͤ
9
Herr Hue war nämlich einer der Aufſeher des Prinzen.
„Und was für Dinge, Papa?« fragte der Knabe. „Ich bin mir nichts Böſes bewußt.“«
„Nicht? Beſinne dich wohl, Charles! Du haſt geſtern, während du deine Lection lernteſt, zu pfeifen angefangen. Dafür verdienſt du einen Verweis.« Dcerr Prinz erröthete. Dann entgegnete er ſchnell gefaßt:„Ja, Papa, ich erinnere mich! Ich wieder⸗ hanr meine Lection ſo ſchlecht, daß ich mich ſelbſt aus⸗ pfi.« 4
„Siehe da, das läßt ſich hören,“ erwiederte der König.„Man verzeihet dir! Aber noch ſind wir nicht zu Ende. Ebenfalls geſtern wollteſt du, von allzu⸗ großer Lebhaftigkeit fortgeriſſen, im Garten durch ein Roſengebüſch rennen. Herr Hue warnte dich und ſagte zu dir: ‚Monſeigneur, eine einzige dieſer Dornen kann Ihnen das Geſicht verletzen und ſogar ein Auge aus⸗ reißen!? Und was gab Monſeigneur darauf zur Ant⸗ wort?“
Etwas beſchämt ſchlug der Prinz die Augen nieder. „Ich ſagte, Papa: ‚Die dornigen Wege führen zum Ruhme!“ Und iſt's etwa nicht wahr, Pappa?“
Der Koͤnig nahm eine etwas ernſtere Miene an. „Ja, ja, der Grundſatz iſt richtig,“ erwiederte er,„aber du haſt ihn falſch angewendet, mein Kind. Es liegt kein Ruhm darin, ſich die Augen ausreißen zu laſſen, blos um des Vergnügens willen zu laufen und zu ſpringen. Hätte es ſich darum gehandelt ein ſchädliches Thier zu toͤdten, einen Menſchen aus irgend einer Ge⸗ fahr zu reißen, kurz das Leben daranzuſetzen, um das eines Andern zu retten, ſo könnte dies ruhmvoll heißenz


