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7 wirklich arm und duͤrftig ſei.»Ich gehe nur zu meiner Mutter, und werde ſogleich zurückkehren!“
Mit eiligen Schritten ging er davon und ver⸗ ſchwand im Palaſte. Aber nach zehn Minuten ſchon kehrte er freudeſtrahlend zurück.
„Hier, meine Gute,“ ſagte er mit ſeiner ſanften, freundlichen Stimme zu der Frau, indem er ihr ein blankes Goldſtück durch das Gitter reichte,—„das iſt von meiner Mutter! Und dies,“ fügte er hinzu, und pflückte eine der ſchönſten Roſen ſeines Gartens,„dies iſt von mir für Ihren kranken Sohn! Ich wünſche, daß er recht bald wieder geneſen möge!“
Ehe die überraſchte Frau ein Wort des Dankes ſprechen konnte, verſchwand der kleine Dauphin wieder, und kaum vernahm er Koch, wie ihm von außen her ein lauter freudiger Zuruf von Seiten der vor dem Gitter verſammelten Leute nachfolgte, welche ſein gütiges und mildthätiges Benehmen zu bewundern Gelegenheit gehabt hatten.
Nirgends war der junge Prinz liebenswürdiger und aufgeweckter, als bei ſeiner Mutter, welche er über Alles in der Welt liebte. Da ſie nicht wünſchte, daß der Dauphin in ſeiner zarten Jugend allzu ſehr mit Lernen angeſtrengt würde, ſo befaßte ſie ſich ſelbſt mit den Anfangsgründen ſeines Unterrichts, bevor er in die Hände der Lehrer überging, und nichts kam der zärt⸗ lichen Sorgfalt gleich, welche ſie anwendete, um ſeiner Faſſungskraft die erſten Kenntniſſe beizubringen und deutlich zu machen. Ermüdete der kleine Prinz, ſo ſetzte ſich die Königin gewöhnlich an das Klavier oder an die Harfe, ſpielte ihm kleine, ausdru aa abß
lodien vor, die ſie für ihn erlernt oder


